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SUMMARY:Der „Tiefe Staat“ – oder wer regiert den Westen?
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DESCRIPTION:Konferenz des Deutschen Freidenkerverbands, in Zusammenarbeit u.a. mit der 
 Marx-Engels-Stiftung Nähere Informationen in Kürze auf der Website des DFV:
  https://www.freidenker.org/\nHier ein Bericht über die Veranstaltung von W
 erner Krämer:\n'Tiefer Staat', das klingt nach Verschwörungstheorie oder, w
 ie Arnold Schölzel in der jW schrieb, wer ihm nachspürt, der jagt ein Gespe
 nst. Am vergangenen Samstag, dem 16.11., suchten sieben Referentinnen und R
 eferenten und mehr als 50 Teilnehmer und -innen auf der vom deutschen Freid
 enker-Verband in Stuttgart ausgerichteten Konferenz diesem Gespenst nachzus
 püren. Mit dem Untertitel 'Wer regiert den Westen' fokussierte man auf die 
 NATO-Staaten sowie Praxis und Ideologie des Transatlantismus. \nNach einer 
 Vorstellung durch den Verbandsvorsitzenden Klaus Hartmann gab Ulrich Mies m
 it seinem Vortrag einen Überblick über Geschichte und Gehalt des Konzepts, 
 das zugehörige Institutionengeflecht und seine von 'Recht und Gesetz' nicht
  gedeckten Aktivitäten. In Mies' Darstellung nahm der tiefe Staat die Gesta
 lt eines alles-verschlingenden Leviathan an, demgegenüber der regelförmige,
  demokratisch-parlamentarische Staat nur Firnischarakter hat. Er bezeichnet
 e ihn als 'finanzkapitalistisch-staatsterroristisch-militärisch-industriell
 en Kommunikations-Komplex', um damit die Mächtegruppen zu benennen, die den
  tiefen Staat bilden (sollen). Der tiefe Staat zeige sich in klandestinen, 
 verschwörerischen, kriminellen und rechtsterroristischen Aktivitäten und Or
 ganisationen (wie Gladio, den der NSU zugeschriebenen Morden, Kriegslust in
 duzierenden Terroroperationen u. ä.) und in der parallelen Irreführung der 
 Öffentlichkeit. Die zugrundeliegenden gesellschaftlich Interessen und die I
 ntegration des Finanzkapitals in diesen Komplex, seine innere Struktur und 
 innere Widersprüchlichkeit wurden zwar behauptet, aber, vielleicht wegen Ze
 itknappheit, nicht herausgearbeitet. \nDie transatlantische Vernetzung, Her
 rschaftsverhältnisse und (Welt-)Herrschaftsanspruch der ehemaligen Kolonial
 mächte bilden den internationalen Kontext, in dem der tiefe Staat oder die 
 Staaten in ihren Tiefenstrukturen operieren. Helmut Ploppa gab einen Überbl
 ick über die Ideenfabriken und -vermittler, die den Dominanzanspruch in ein
 en moralischen Anspruch und ein Aggressionsbündnis in eine Wertegemeinschaf
 t umlügen und für die Folgschaft des Publikums sorgen. Er beschrieb die Arb
 eit und Wirkung privat organisierter außenpolitischer Gesellschaften und In
 stitute auf beiden Seiten des Atlantiks. Es ist bemerkenswert, dass Zahl un
 d Aktivitätsniveau dieser Institutionen in den vergangenen beiden Jahrzehnt
 en deutlich angewachsen ist. \nDas Innere dieses Handschuhs weicher Beeinfl
 ussung und lückenloser Propagandaarbeit enthüllte Rainer Rupp im letzten Be
 itrag der Konferenz: die gepanzerte Faust des Westens, Aufrüstung und Krieg
 svorbereitung der NATO, ihre Ostexpansion, ihr Fokus auf die Schwächung und
  strategische Neutralisierung Russlands, in näherer Zukunft auch Chinas. \n
 Diese Sachstandsberichte band Sebastian Bahlo an die marxistisch-leninistis
 che Klassen- und Staatstheorie zurück. Der Staat resultiert nicht aus sachl
 ich-organisatorischen Notwendigkeiten des gesellschaftlichen Zusammenhangs,
  sondern entsteht aus dem Konflikt von Menschengruppen in einem Territorium
 , die in ihrem materiellen Reproduktionszusammenhang einen in ihm unauflösb
 aren Interessengegensatz ausbilden, kurz: von sozialen Hauptklassen, deren 
 herrschende den Staat zum Werkzeug ihrer Machterhaltung entwickelt – in der
  Phase des Staatsmonopolistischen Kapitalismus zum Werkzeug der Machterhalt
 ung/-durchsetzung der monopolistischen Bourgeoisie. Die Gewaltförmigkeit, s
 trategische Irrationalität und taktische Verrücktheit des Staatshandelns wi
 rd auf dieser Stufe der Klassenherrschaft hervorgebracht, ihre Apparatur is
 t der reguläre, gewöhnliche 'Staat'. Als tiefen Staat mag man den Komplex v
 on Geheimdiensten, organisierter Kriminalität und Rechtsterrorismus bezeich
 nen, der sich im Kontext regulären Staatshandelns entwickelt. \nIn weiteren
  Beiträgen legten Annett Torres, Klaus Linder, Annette Groth die mediale Be
 einflussung der Volksmassen, die Austreibung rationalen Denkens und die Sch
 affung von Denkverboten und -hürden dar, die politische Handlungsfähigkeit 
 in die engen Bahnen des offiziell Erwünschten und Erlaubten lenken. Zu den 
 Mitteln gehören der fingierte Anti-Rechtsextremismus, der auf beliebig wähl
 bare Reizwörter reagiert und an die Stelle eines inhaltlichen Begriffs eine
 n äußerlichen Mummenschanz setzt, auf den aber jede/r 'Demokrat/in' sich zu
  verpflichten hat, will sie/er nicht aus dem Verbund der Anständigen ausges
 toßen werden. Dieselbe Funktion hat der universell einsetzbare Vorwurf des 
 Antisemitismus, der besonders Kritik an beliebigen Aktivitäten des jeweilig
 en israelischen Regierungspersonals verbietet, sich aber auf viele andere g
 esellschaftskritische Positionen anwenden lässt. Schließlich die restlose A
 ufgabe des aus dem 19. Jahrhundert ererbten humanistischen Bildungsideals v
 on der vielseitig entwickelten selbstständigen Persönlichkeit und seine Ers
 etzung durch die Vermittlung von umstandslos verwertbarem Wissen und Fertig
 keiten, die unter internationale Zertifizierungs- und Vergleichbarkeitsvorg
 aben (PISA, Bologna-Prozess) geprüft und durch sie festgeschrieben werden. 
 \nDer tiefe Staat ist vermutlich in der Tat der reguläre. Jedoch wird der k
 ritische Impetus des Begriffs damit nicht negiert. Zunehmend werden Rechtsn
 ormen, auf die die bürgerlich-demokratischen Staaten sich verpflichten, dur
 chbrochen und ihre Gültigkeit nur noch vorgeschützt, um die moralische Über
 legenheit des Unterdrückungsapparats selbst noch den ihrer Rechte Beraubten
  zum Glaubenssatz zu machen; Herrschaft, Zwang und Desinformation dringen m
 it der zunehmenden Krisenhaftigkeit und Instabilität dieses aktuell letzten
  Stadiums des Kapitalismus immer intensiver in immer mehr Lebensbereiche ei
 n. Mag der Terminus nicht bei Diagnose und revolutionärer Therapie helfen, 
 er fasst die Symptome zu einer Krankheit zusammen.\n Dieser Event wurde imp
 ortiert von: http://mes2.jlloyd.de/veranstaltungen/eventdetail/80/-/der-tie
 fe-staat-oder-wer-regiert-den-westen?tmpl=component (http://mes2.jlloyd.de/
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 n Werner Krämer:</span><br />'Tiefer Staat', das klingt nach Verschwörungst
 heorie oder, wie Arnold Schölzel in der jW schrieb, wer ihm nachspürt, der 
 jagt ein Gespenst. Am vergangenen Samstag, dem 16.11., suchten sieben Refer
 entinnen und Referenten und mehr als 50 Teilnehmer und -innen auf der vom d
 eutschen Freidenker-Verband in Stuttgart ausgerichteten Konferenz diesem Ge
 spenst nachzuspüren. Mit dem Untertitel 'Wer regiert den Westen' fokussiert
 e man auf die NATO-Staaten sowie Praxis und Ideologie des Transatlantismus.
  <br />Nach einer Vorstellung durch den Verbandsvorsitzenden Klaus Hartmann
  gab Ulrich Mies mit seinem Vortrag einen Überblick über Geschichte und Geh
 alt des Konzepts, das zugehörige Institutionengeflecht und seine von 'Recht
  und Gesetz' nicht gedeckten Aktivitäten. In Mies' Darstellung nahm der tie
 fe Staat die Gestalt eines alles-verschlingenden Leviathan an, demgegenüber
  der regelförmige, demokratisch-parlamentarische Staat nur Firnischarakter 
 hat. Er bezeichnete ihn als 'finanzkapitalistisch-staatsterroristisch-milit
 ärisch-industriellen Kommunikations-Komplex', um damit die Mächtegruppen zu
  benennen, die den tiefen Staat bilden (sollen). Der tiefe Staat zeige sich
  in klandestinen, verschwörerischen, kriminellen und rechtsterroristischen 
 Aktivitäten und Organisationen (wie Gladio, den der NSU zugeschriebenen Mor
 den, Kriegslust induzierenden Terroroperationen u. ä.) und in der parallele
 n Irreführung der Öffentlichkeit. Die zugrundeliegenden gesellschaftlich In
 teressen und die Integration des Finanzkapitals in diesen Komplex, seine in
 nere Struktur und innere Widersprüchlichkeit wurden zwar behauptet, aber, v
 ielleicht wegen Zeitknappheit, nicht herausgearbeitet. <br />Die transatlan
 tische Vernetzung, Herrschaftsverhältnisse und (Welt-)Herrschaftsanspruch d
 er ehemaligen Kolonialmächte bilden den internationalen Kontext, in dem der
  tiefe Staat oder die Staaten in ihren Tiefenstrukturen operieren. Helmut P
 loppa gab einen Überblick über die Ideenfabriken und -vermittler, die den D
 ominanzanspruch in einen moralischen Anspruch und ein Aggressionsbündnis in
  eine Wertegemeinschaft umlügen und für die Folgschaft des Publikums sorgen
 . Er beschrieb die Arbeit und Wirkung privat organisierter außenpolitischer
  Gesellschaften und Institute auf beiden Seiten des Atlantiks. Es ist bemer
 kenswert, dass Zahl und Aktivitätsniveau dieser Institutionen in den vergan
 genen beiden Jahrzehnten deutlich angewachsen ist. <br />Das Innere dieses 
 Handschuhs weicher Beeinflussung und lückenloser Propagandaarbeit enthüllte
  Rainer Rupp im letzten Beitrag der Konferenz: die gepanzerte Faust des Wes
 tens, Aufrüstung und Kriegsvorbereitung der NATO, ihre Ostexpansion, ihr Fo
 kus auf die Schwächung und strategische Neutralisierung Russlands, in näher
 er Zukunft auch Chinas. <br />Diese Sachstandsberichte band Sebastian Bahlo
  an die marxistisch-leninistische Klassen- und Staatstheorie zurück. Der St
 aat resultiert nicht aus sachlich-organisatorischen Notwendigkeiten des ges
 ellschaftlichen Zusammenhangs, sondern entsteht aus dem Konflikt von Mensch
 engruppen in einem Territorium, die in ihrem materiellen Reproduktionszusam
 menhang einen in ihm unauflösbaren Interessengegensatz ausbilden, kurz: von
  sozialen Hauptklassen, deren herrschende den Staat zum Werkzeug ihrer Mach
 terhaltung entwickelt – in der Phase des Staatsmonopolistischen Kapitalismu
 s zum Werkzeug der Machterhaltung/-durchsetzung der monopolistischen Bourge
 oisie. Die Gewaltförmigkeit, strategische Irrationalität und taktische Verr
 ücktheit des Staatshandelns wird auf dieser Stufe der Klassenherrschaft her
 vorgebracht, ihre Apparatur ist der reguläre, gewöhnliche 'Staat'. Als tief
 en Staat mag man den Komplex von Geheimdiensten, organisierter Kriminalität
  und Rechtsterrorismus bezeichnen, der sich im Kontext regulären Staatshand
 elns entwickelt. <br />In weiteren Beiträgen legten Annett Torres, Klaus Li
 nder, Annette Groth die mediale Beeinflussung der Volksmassen, die Austreib
 ung rationalen Denkens und die Schaffung von Denkverboten und -hürden dar, 
 die politische Handlungsfähigkeit in die engen Bahnen des offiziell Erwünsc
 hten und Erlaubten lenken. Zu den Mitteln gehören der fingierte Anti-Rechts
 extremismus, der auf beliebig wählbare Reizwörter reagiert und an die Stell
 e eines inhaltlichen Begriffs einen äußerlichen Mummenschanz setzt, auf den
  aber jede/r 'Demokrat/in' sich zu verpflichten hat, will sie/er nicht aus 
 dem Verbund der Anständigen ausgestoßen werden. Dieselbe Funktion hat der u
 niversell einsetzbare Vorwurf des Antisemitismus, der besonders Kritik an b
 eliebigen Aktivitäten des jeweiligen israelischen Regierungspersonals verbi
 etet, sich aber auf viele andere gesellschaftskritische Positionen anwenden
  lässt. Schließlich die restlose Aufgabe des aus dem 19. Jahrhundert ererbt
 en humanistischen Bildungsideals von der vielseitig entwickelten selbststän
 digen Persönlichkeit und seine Ersetzung durch die Vermittlung von umstands
 los verwertbarem Wissen und Fertigkeiten, die unter internationale Zertifiz
 ierungs- und Vergleichbarkeitsvorgaben (PISA, Bologna-Prozess) geprüft und 
 durch sie festgeschrieben werden. <br />Der tiefe Staat ist vermutlich in d
 er Tat der reguläre. Jedoch wird der kritische Impetus des Begriffs damit n
 icht negiert. Zunehmend werden Rechtsnormen, auf die die bürgerlich-demokra
 tischen Staaten sich verpflichten, durchbrochen und ihre Gültigkeit nur noc
 h vorgeschützt, um die moralische Überlegenheit des Unterdrückungsapparats 
 selbst noch den ihrer Rechte Beraubten zum Glaubenssatz zu machen; Herrscha
 ft, Zwang und Desinformation dringen mit der zunehmenden Krisenhaftigkeit u
 nd Instabilität dieses aktuell letzten Stadiums des Kapitalismus immer inte
 nsiver in immer mehr Lebensbereiche ein. Mag der Terminus nicht bei Diagnos
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