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Projekt Klassenanalyse Mit großer Geschwindigkeit breiten sich soziale Widerspruchsformen aus, die im "sozialstaatlichen" Kapitalismus schon als überwunden galten: Selbst in den reichsten kapitalistischen Länder haben wachsende Bevölkerungsgruppen kaum das Nötigste zum Leben, weil "prekäre" Arbeitsverhältnisse auskömmliche Beschäftigung mehr und mehr ersetzen. Oft reichen auch Vollerwerbsstellen nicht mehr zum Leben aus. Unsicherheit ist bis in eine vermeintliche gesellschaftliche Mitte hinein zu einer prägenden Sozialerfahrung geworden. Hungerlöhne und Superreichtum, Armut und Chancenungleichheit sind Symptome klassengesellschaftlicher Verhältnisse. Deren harter Kern besteht jedoch in der ökonomisch fundierten Macht des Kapitals, der Gesellschaft in ihrer Gesamtheit seinen destruktiven Stempel aufzudrücken. Es findet gegenwärtig ein Umbau der Klassengesellschaft im Interesse des Kapitals statt: Die Profitmaximierung wird strukturell abgesichert und der Anteil der Lohnabhängigen am Sozialprodukt systematisch abgesenkt. "Es herrscht Klassenkampf, und meine Klasse gewinnt", hat der US-amerikanische Spekulant in seltener Offenheit Warren Buffet bekannt. Wie ist es zur Stärkung der gesellschaftlichen Gestaltungsmacht des Kapitals gekommen? Aber auch: Sind diese Prozesse unumkehrbar? Welche Chancen der Gegenwehr existieren? Mit diesen Fragen beschäftigt sich, bei seinen Arbeitstagungen und in seinen Veröffentlichungen, das von der Marx-Engels-Stiftung 2004 initiierte Projekt zur empirischen und theoretischen Erforschung der bundesdeutschen Klassengesellschaft. Folgende Bücher des Projektes Klassenanalyse@BRD können über die Marx-Engels-Stiftung bezogen werden: Umbau der Klassengesellschaft |
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Inhalt: Werner
Seppmann: Was kann die Klassenanalyse leisten? Kart.,
194 S. |
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-------------------------------------- Mehr Profite - mehr Armut - Prekarisierung und Klassenwiderspruch
Damit hatte die sogenannte Unterschichtendebatte begonnen. Sie sollte sich in der Folge als nicht mehr vollständig kanalisierbar erweisen.
Handlungsrahmen Lieberams Text, der zwischenzeitlich unter dem Titel »Prekarität ist überall« im Verlag edition ost erschienen ist, ist Streitschrift im besten Sinne. Sie beschäftigt sich nicht nur fundiert mit den sozialen Verwerfungen in dieser Gesellschaft, sondern auch mit deren Ursachen. Auf Basis faktengestützer Analyse gelingt es Lieberam nicht nur, seine Skepsis hinsichtlich des Globalisierungsbegriffes zu erläutern, sondern er formuliert so etwas wie einen politischen Handlungsrahmen für die marxistische Linke in den gegenwärtigen Auseinandersetzungen, der in der zukünftigen Debatte verstärkt Beachtung finden sollte. Werner Seppmann indes unternimmt es in seinem Beitrag, den Zusammenhang von Prekarisierung, »sozialdestruktiven Entwicklungen einschließlich ihrer subproletarischen Verfestigungstendenzen« und den Strategien zur Verunsicherung weiter Teile der Bevölkerung durch die Herrschenden zu untersuchen. Seppmann findet eine Reihe von Antworten auf die Frage, warum die am deutlichsten an den Rand Gedrängten in diesem Land sich nicht vernehmlicher zu Wort melden, warum der Widerstand insgesamt so gering bleibt. » Von ihren eigenen Aktivitäten erwarten die Opfer der ausbeutungsorientierten gesellschaftlichen Umgestaltungsprozesse ebenso wenig positive Impulse für ihre Lebenssituation, wie von der "großen Politik". Deshalb verweigern sie sich mehrheitlich sozialen Protestbewegungen, wie auch den Wahlprozeduren« , meint Seppmann und macht deutlich, daß Verunsicherung und Existenzängste immer größere Teile der abhängig Beschäftigten erfassen. Dies hat handfeste soziale Ursachen und ist Ergebnis der Kapitaloffensive zur Verbesserung der entsprechenden Verwertungsbedingungen sowie des Klassenkampfes von oben. Mindestens weitere 20 Prozent der BRD-Bevölkerung leben mittlerweile in so unsicheren Verhältnissen und verfügen über ein so geringes Einkommen, daß sie jederzeit sozial abstürzen können. Hier ist nur noch Raum, den Beitrag von Wolfgang Richter zu erwähnen, der sich auf Basis der Ergebnisse einer Dortmunder Forschungsgruppe mit den strukturellen und sozialen Auswirkungen der Hartz-Gesetzgebung und auch den Folgen für den sogenannten ersten Arbeitsmarkt auseinandersetzt. Insgesamt ist der Band ein wesentlicher Beitrag zur Verbreiterung des marxistisch geprägten Zugriffs auf die gegenwärtigen Veränderungen in der Sozial- und Klassenstruktur der bundesrepublikanischen Gesellschaft. Auch die Ansätze zur Handlungsorientierung sind prägnant zusammengefaßt. Klassenfraktionen Dem Band ist eine weite Verbreitung zu wünschen. Er sollte auch genutzt werden, um die Diskussion zwischen der marxistischen Linken und den real existierenden sozialen Bewegungen deutlich zu beleben. Michael Mäde Kart.,
216 S. -------------------------------------- Sozialcrash
Kart.,
152 S., Januar 2007 |
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